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Cthulhu: Fahrzeugbeschreibungen und Photos von Serien PKW der 20er Jahre

Audi Typ M 1923 - 1928. Der Audi M gehörte neben dem Maybach zu den teuersten Autos von Deutschland, der Preis lag je nach Karosserie um 29000 - 44000 Mark. Technisch war er bei seinem Erscheinen sehr innovativ; er besaß Vierradbremsen, Druckumlaufschmierung, ein schrägverzahntes Differential und einen außergewöhnlich konstruierten Silumguß 4,5 Liter 6 Zylinder Motor mit 70 (ab 1925 80 PS). Die Ausmaße waren bei einem Radstand von 370 cm (1925 375 cm) gewaltig, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 100, ab 1925 bei 120 km/h. Leider war der Wagen noch nicht völlig durchkonstruiert und litt an Kinderkrankheiten, die aber in der zweiten Serie ab 1925 verbessert wurden. Bei diesen Modellen kamen noch hydraulische Stoßdämpfer und eine Zentralschmierung hinzu.

Adler Favorit 1929-33. Die günstige Alternative zu dem Standard 6 war der 4 Zylinder Adler Favorit für nur 5000 Mark. Geboten bekam man einen 1943 ccm Motor mit guten 36 PS, dazu hydraulische Vierradbremsen und Zentralschmierung.

Adler Standard 6 1927 - 1933. Das berühmte Erfolgsmodell ist das erste deutsche Serienauto mit Ganzstahlkarosserie von Ambi-Budd. Trotz stilistischer Einflüsse von Chrysler ein eigenständiges fortschrittliches Auto, das in ganz Europa für Anerkennung sorgt. Für Motor und Fahrwerk werden Leichtmetallteile verwendet, was zusammen mit dem 6 Zylinder Motor mit 2916 ccm und 50 PS für eine gute Beschleunigung und zügige Bergfahrt sorgt, die eine eher geringe Höchstgeschwindigkeit von 80 - 90 km/h ausgleichen. Das Auto hat ein 3 Ganggetriebe, hydraulische Bremsen und eine komfortable Zentralschmierung. Der Radstand ist zwischen 284 und 314 cm zu wählen. Der Preis beginnt bei 11500 Mark recht hoch, fällt gegen Produktionsende auf günstige 6300 Mark.

Brennabor AS 1926-1931. Das 6 Zylinder Modell mit 3,1 Liter Hubraum und 55 PS der bekannten Berliner Automarke erwies sich als außerordentlich erfolgreich, was auch an seinem sehr günstigen Preis von knapp 7000 Mark liegen dürfte. Das Auto erreichte ca. 100km/h und hatte einen Radstand von 329 cm. Die Ausführung als 5 sitzige Limousine nannte sich ASK. Die Gesamtstückzahl der AS Modelle erreichte beachtliche 60000 Exemplare. Modelle ab 1928 profitierten von einem verbesserten Design im amerikanischen Stil. Als günstige Alternative existierte noch das Vierzylindermodell 6/20 S, das von 1921 bis 1925 gebaut wurde und 5500 Mark kostete. Es besaß immerhin eine Vierradbremse und eine schrägverzahnte Hinterachse. Der Motor leistete 22 PS.

Dixi 6/24 PS. Der Wagen mit dem stürmenden Zentauren als Kühlerfigur war mit 24 PS nicht sehr stark motorisiert und hatte noch einige Elemente von Vorkriegsmodellen übernommen, darunter noch die alte Lederkonuskupplung. In relativ kurzer Zeit wurde er aber modernisiert und erhielt Leichtmetallkolben, Vierradbremsen, Niederdruckreifen, eine ausgeklügelte elektrische Anlage und auf Wunsch das Soden Halbautomatikgetriebe. Der sehr hohe Preis von 10000 Mark im Jahr 1924 sank 1926 auf günstige 6800 Mark.

Elite S18 1921 - 1928. Der hochangesehene Qualitätswagen diente auch der Reichswehr als Stabswagen und konnte mit besonderen Fahrleistungen aufwarten. Es gab eine schwächere Version des S18, die von 1921 - 1925 gebaut wurde und 55 PS hatte und 100 km/h erreichte. Eine andere Version, die von 1925 - 1928 gebaut wurde hatte zunächst beachtliche 70, ab 1926 aber schon 86 PS. Das Auto erreichte über 110 km/h und kostete 18500 Mark. Zwischen 1923 - 1926 gab es aber ein Hochleistungsversion mit 96 PS, die über 140 km/h erreichte, dieses Modell kostete 22000 Mark. Alle 3 Versionen gab es mit einem Radstand von 370 oder 340 cm und mit 4 Ganggetriebe. Und mechanischer Vierradbremse. Der Hubraum betrug einheitlich 4708 ccm. Es wurde nur hochwertiges Zubehör verwendet, und die Karosserien wurden von bekannten Karosseriefirmen angefertigt.

Hanomag 2/10 Kommißbrot 1925-28. Trotz des Spottliedes "nen Zentner Blech, nen Zentner Lack, fertig ist der Hanomag" erlebt der spartanische Kleinstwagen einen ungeahnten Erfolg mit rund 16000 verkauften Exemplaren. Der kleine Zweisitzer mit einem Einzylinder Heckmotor mit Kettenantrieb wiegt nur 370 bis 430 kg und ist 278 cm lang. Der Antrieb erfolgt über eine Kette, auf einen Anlasser kann man getrost verzichten. Die Höchstgeschwindigkeit von 60 bis 65 km/h ist für ein Auto dieser Klasse recht beachtlich. Obwohl das Autochen nur eine Tür aufweist, gibt es immerhin Karosserieausführungen als Cabriolet, Coupé und Landaulett. Der Preis lag Anfangs 2650 Mark, fiel aber während der Produktionszeit erheblich.

Maybach W3 1921 - 1925. Dieses Luxusauto kann nicht mit dem heutigen "Billig" Maybach verglichen werden. Mit einem Radstand von 366 cm war er nicht nur erheblich größer, auch die Gestaltungsmöglichkeiten für den Kunden waren bei der Karosserie fast unbegrenzt - auf das Fahrgestell wurde jede Karosserie nach Wunsch geschneidert. Im Gegensatz zu den üblichen 6 Volt Anlagen wurden bereits 12 Volt verwendet, pro Zylinder gab es zwei Zündkerzen. Der 5,74 Liter 6 Zylinder Motor mit 70 PS und Doppelvergaser beschleunigte das mindestens 3 Tonnen schwere Auto auf 110 km/h. Es gab keine Kupplung oder Handschaltung, die Halbautomatik wurde über Pedale bedient. Ein spezieller Berggang erlaubte es dem W§, sich auch auf abseitigen Wegen zu bewähren, die man solch einem schweren Fahrzeug niemals zugetraut hätte. Die Vierradbremse hatte bereits einen Bremsausgleich und konnte wahlweise mit Hand oder Fuß betätigt werden. Der Preis lag bei 35000 - 50000 Mark, je nach Aufbau auch mehr.

NSU 5/15 1913-1926 Der kleine NSU war höchst modern, als er 1913 erschien; Druckumlaufschmierung und automatische Zündverstellung (Magnetzündung) gehörten technisch zur Avantgarde. Nach dem Krieg war er zwar etwas veraltet, aber der kleine, leichte Wagen (nur knapp über 600 kg!) galt als so solide, daß es seinem Erfolg keinen Abbruch tat. Tatsächlich hielt er sich als einer der beliebtesten Autos in seiner Preisklasse. Der Preis lag in den 20ern ca. bei 4000 - 5000 Mark. Eine Fahrertür fehlte allerdings, da der Außen angebrachte Ersatzreifen den Platz beanspruchte. Leider sind von diesem unglaublich populären Auto nahezu keine Exemplare mehr erhalten. Die typische Lackierung in Weinrot war kurioserweise selbst in den 1960er und 70er Jahren noch die bevorzugte Farbe bei NSU Autos.

Ein NSU 8/24 aus der Vorkriegsproduktion, größerer Bruder des 5/15

NSU 14/40 1921-25. Neben dem kleinen 5/15 baute NSU auch den siebensitzigen 14/40, der 1725 kg wog. Der 3,6 Liter Motor leistete 54 PS. Der Preis lag um die 13000 Mark.

Opel 4/12 1924 - 1931. Der als "Laubfrosch" bekannte Kleinwagen war das erste deutsche Auto, daß am Fließband montiert wurde. Der Preis beträgt bei Produktionsbeginn 4500 Mark, um 1930 ist er auf 1190 Mark gefallen. Der sehr erfolgreiche Kleinwagen, den es in etlichen Varianten gibt (sogar als Lieferwägelchen), erlebt eine Auflage von 119484 Exemplaren. Die Ausstattung ist sehr spartanisch; die frühen Modelle verfügen noch nicht einmal über einen elektrischen Anlasser, aber der zunächst nur in hellgrün lieferbare Kleinwagen gilt als zuverlässig. Erwähnenswert ist, daß Opel auch teure Wagen im Programm hatte; der 21/60, der 1921 herauskam, hatte 60 PS und lief als 6-7 sitziger Tourenwagen 100 km/h. Der Preis lag bei 13750 Mark. Kurze Zeit später erscheint der Sportwagen 30/80 mit einem 7,8 Liter Motor - er kostet immerhin 18000 Mark.

Opel 8/25 1920 - 22. Der preisgünstige Wagen war nicht spektakulär, aber beliebt. (Bild 37 einsetzen. Text: ...eine schöne Karosserie...) Der 4 Zylindermotor hatte noch Magnetzündung, die wie allgemein üblich über das Lenkrad bedient wurde. (Bild 39 einsetzen. Text: ...und die typischen Bedienelemente am Lenkrad, die neben der Schaltung bedient werden mußten.) Es gab viele verschiedene Karosserievarianten, sogar eine hoch elegante Torpedo Version. Der Preis lag durchschnittlich bei 6000 Mark. Opel Regent 1928 Nach vielen Kleinwagen wagte Opel noch einmal das Experiment mit einem Luxusfahrzeug. Der Opel Regent fand trotz seines aufwendig konstruierten Reihenachtzylinders mit 6 Liter Hubraum und 110 PS kaum Abnehmer. Er zu Beginn der Wirtschaftskrise zu teuer; das Chassis alleine kostete 14000 Mark, das komplette Fahrzeug ca. 17000 bis 24000 Mark.

Ford T, 1908 bis 1927. Der beliebte Ford T, aufgrund seiner scheppernden Fahrgeräusche auch Tin Lizzy genannt, läßt sich schwer mit irgend einem späteren Fahrzeug vergleichen. Der Ford T erschien 1908 und stand in der Tradition der amerikanischen "High Buggies" der Jahrhundertwende; langsame und primitive Fahrzeuge mit großen Rädern und hoher Bodenfreiheit, die für unzugängliches Gelände geeignet waren, in dem bequemere Autos steckenblieben. Der Ford T war sehr billig, sehr zuverlässig, einfach zu warten und vielseitig einzusetzen. Er diente als Antrieb für Transmissionen in der Landwirtschaft und Betrieben, als Traktorersatz und als gewöhnliches Alltagsauto für Handwerker und Angestellte. Dafür war er laut, unbequem, äußerst langsam und gegen Ende der Produktionszeit technisch antiquiert. Man könnte ihn als Mischung zwischen Traktor, VW Käfer und R4 beschreiben. Das Auto fuhr bei Testfahrten Treppen mit einer Steigung von 41 Grad herauf, und als billiges Sammeltaxi transportierte es mitunter ein Dutzend Passagiere auf den Trittbrettern. Die Höchstgeschwindigkeit lag je nach Modell (der Ford T veränderte sich auch äußerlich von 1908 bis 1927 weitaus mehr als z.B. der Käfer oder die 2CV Ente) zwischen 60 bis 80 km/h, was unter dem Durchschnitt seiner Zeit lag. Der 4 Zylinder hatte 2,9 Liter Hubraum und rund 20 PS. Das Planetengetriebe hatte zwei Gänge mit Fußschaltung, der Radstand betrug 254 cm. Die spartanische Ausstattung lag ebenfalls unter dem Durchschnitt, er war eines der letzten Fahrzeuge, das magnetische Lichterzeugung, Zweiradbremsen und vor allem eine Anlasserkurbel verwendete. Das Auto war unkompliziert in der Wartung und der Reparatur, mußte aber regelmäßig abgeschmiert werden. Spötter deuteten Ford als "Fix Often Repair Daily". Teilweise konnte dies durch Produkte von Zubehörfirmen aufgebessert werden, es gab ganz im Sinne von Tuningfirmen nachrüstbare elektrische Anlasser, Vorderradbremsen, Stoßstangen, etc. Es stimmt übrigens nicht, daß der Ford T nur in schwarz gebaut wurde, dies gilt nur für die Modelle aus der Fließbandproduktion ab 1915, wobei nach 1925 auch andere Farben als schwarz in die Fertigung aufgenommen wurden. Bereits vom Werk aus gab es unzählige Variationen des Autos, neben den zu erwarteten zwei- oder viertürigen Tourern, Coupés, Roadstern und Limousinen gab es Lieferwagen, Pickups, Feuerwehrautos und sogar ein erstes Campingauto. Jenes Ford T Kampsteed Kampcar von 1921 ruhte auf einem verlängerten Fahrgestell und hatte ausklappbare Seitenwände, die als verbreiterte Liegeflächen für immerhin 6 Personen dienten, über denen eine Art Vorzelt aufgeklappt wurde. Der Preis von 735 $ beinhaltete außerdem einen Ofen, einen Klapptisch, einen (nicht elektrischen) Kühlschrank, ein Wasserbehältnis und Campingausrüstung. Der Standard Ford T kostete 996 $ bei Produktionsbeginn, der Preis konnte kurz vor Produktionsende auf 495 $ gesenkt werden. Einfache Raceabout Ausführungen waren in den 20ern sogar für 290 $ zu haben. Gebrauchte Tin Lizzys waren noch billiger, aber meist völlig verbraucht. Sehr frühe, noch primitivere Ausführungen des Ford - T kosteten als Gebrauchtwagen in den 20ern oft nur ein paar Dollar. Das Gewicht eines Ford T PKW lag je nach Ausführung zwischen 1390 bis 1996 kg, LKW Ausführungen wogen bis 2400 kg, Spezialausführungen mehr.

Stutz Bearcat Series B 1914. Der Bearcat war zwar kein Auto der 20er Jahre, nicht einmal ein Auto der Nachkriegszeit, aber er war eine typische Erscheinung der 20er. Junge Leute, die nach den Kriegsjahren die frühen 20er als langweilig und ereignislos betrachteten und nach Abenteueren suchten, hatten einen großen Bedarf nach schnellen Autos. Die sportlichen Wagen ihrer eigenen Zeit waren viel zu teuer, so daß sie auf schnelle Fahrzeuge früherer Zeiten zurückgriffen, deren Primitivität und Gefährlichkeit anziehend wirkten. Die beiden Favouriten waren der noch näher beschriebene Mercer Raceabout 35 und sein härtester Konkurrent, der Stutz Bearcat. Beide Fahrzeuge verwendeten die primitive Raceabout Karosserie, die auf einem offenen Fahrgestell und den notwendigsten Karosserieteilen besteht, was ein Verzicht auf Türen, Verdeck und Windschutzscheibe bedeutete. Beide besaßen nur eine winzige runde Monokelscheibe und rudimentäre Hinterrad-Bremsen, geradeverzahnte Differentiale, Anlasserkurbel und knochenharte Blattfederung. Der Stutz hatte mit seinem 6einhalb Liter 4 Zylindermotor mit 60 PS mehr Leistung und gewann insgesamt mehr Rennen, aber auf der Straße war er den Mercern unterlegen. Der Stutz war noch brutaler, noch primitiver, lauter und gefährlicher als der ausgefeilte Mercer, dessen überlegene Straßenlage die geringfügig geringere Leistung ausglich. Die Höchstgeschwindigkeit des Stutz ist ebenso schwierig anzugeben wie die des Mercer; sie lag bei mindestens 112 km/h, aber in Rennen wurden gelegentlich Spitzengeschwindigkeiten von 130 bis knapp 140 km/h erzielt. Die Mercerfahrer spotteten "You´ve got to be nuts to drive a Stutz", und die Stutzfahrer sangen "There´s no car worser then a Mercer". Auch wenn es nahe liegt, kann man die beiden aber nicht als die damaligen Äqivalente zu Opel Manta und Ford Capri oder VW GTI betrachten. Beides waren zu ihrer Zeit echte und sehr teure Sportwagen gewesen, die nur aufgrund der rasanten Entwicklung (denn 10 Jahre Unterschied waren 1913 und 1923 technisch erheblich mehr als der Unterschied von 1973 und 1983) im Preis verfallen waren. Ein Stutz Bearcat ist in der heutigen Zeit weit über 100.000 $ wert, ein Mercer Raceabout noch mehr. In den 30er Jahren waren diese Autos mit etwas Glück für 40 - 80 $ zu bekommen. In den 20er Jahren kann man je nach Zustand und Jahr einen Preis von 2000 $ bis 350 $ für einen gebrauchten Stutz Bearcat von 1914 ansetzen.

Cunningham V1 - V8 1916-1929. Der schwere und zuverlässige Cunningham V1 wurde meistens als Kranken- oder Leichenwagen ausgeliefert, aber es gab auch Limousinen und Tourer (andere auf Leichenwagen und Ambulanzen spezialisierte Marken waren Henney und Rock Falls). Der Kunde hatte die Wahl zwischen Artillerierädern oder Speichenrädern mit Zentralverschluß, der V8 Motor aus eigener Produktion mit 7244 ccm leistete 90 PS bei 2400 Umdrehungen. Das Getriebe hatte 3 Gänge, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 100 km/h. Der Radstand betrug wahlweise 335, 346 oder 361 cm. Es folgten die Modelle V2 (1918), V3 (1920), V4 (1921), V5 (1923), V6 (1925), V7 (1927) und V8 (1929) und weitere Modelle. Das Grundkonzept änderte sich wenig, 1924 kam ein vierter Gang hinzu, 1926 eine Vierradbremse. Die PS stiegen auf 105, und die Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h. Kundenwünsche für Extraanfertigungen wurden oft erfüllt. 1922 wurde eine kugelsichere Limousine mit 376 cm Radstand gebaut, die neben vielen Extras bereits ein Radio eingebaut hatte, obwohl es erst 1929 erste Autoradios bei Cadillac und LaSalle gab!1927 erschien sogar ein gepanzerter Krankenwagen, der immerhin 13.000 $ kostete. Der Preis eines gewöhnlichen Cunningham mit einfacher Ausstattung lag erheblich darunter, vermutlich bei ca 3.000 $. Cunningham hat übrigens nichts mit der gleichnamigen Sportwagenmarke aus den 50er Jahren zu tun.

Chevrolet Typ 490 1919-1928. Es gab viele Automarken, die versuchten, mit dem Ford T zu konkurrieren, z.B. Gray, Star, White, Stanley und Willys-Overland, aber Chevrolet aus dem Konzern GM war neben dem Dodge der gefährlichste Gegner von Ford. Der 4 Zylinder 490 hatte den Namen nach seinem Einführungspreis von 490 $ erhalten, das Roadstermodell kostete 750 $. Er war nicht so geländegängig und vielseitig wie die Tin - Lizzy , aber moderner und etwas komfortabler. Dodge Modell A 1919-1922 Dodge war eine der erfolgreichen preisgünstigen Marken, und 1920 schaffte sie es sogar, den Platz 2 hinter Ford einzunehmen. Im selben Jahr starben die Brüder Dodge und die Nachkriegsrezession setzte allen Herstellern zu, aber im Gegensatz zu anderen Marken konnte sich Dodge erfolgreich erholen. Das Model A verwendete noch den 4 Zylinder Motor seines Vorgängers mit 3500 ccm Hubraum und 35 PS. Der Radstand betrug 279 cm, der Preis bewegte sich zwischen 1.900 $ - 1.450 $. Die Karosserie war moderner als die Vorkriegskarosserie des bis 1918 gebauten Vorgängers, aber erst das Nachfolgemodell B erschien als Limousine mit Ganzstahlkarosserie. Das Modell A besaß noch mechanische Zweiradbremsen, dafür waren die Artillerieräder durch modernere Drahtspeichenräder ersetzt worden.

Willys - Overland Typ 91 1919-1926. Die preisgünstigen und soliden Modelle der Marke Willys - Overland waren erfolgreiche Konkurrenten gegen Ford, während die Willys - Knight gehobenere Ansprüche erfüllten. (Frühere Modelle erschienen auch unter dem Namen Overland, ebenso gab es Modelle nur unter dem Namen Knight und Willys, und der noch zu erwähnende Whippet tritt gelegentlich auch als eigene Marke auf.) Der Typ 91 erschien 1919 und hatte wie der Ford T einen 4 Zylinder mit 2,3 Liter Hubraum und 27 PS, Leistung und Hubraum wurden bei späteren Modellen erhöht. Der Radstand entsprach mit 254 cm exakt dem Ford T. 1925 bekam der 1925 eine Ganzstahlkarosserie, änderte sich sonst aber nicht wesentlich. Der Preis lag etwas über dem Ford T, aber nicht wesentlich. Je nach Jahr und Ausführung rangierte er also zwischen ca. 600 $ bis über 1.000 $.

Willys Whippet 1926. Der kleine Whippet hatte einen 4 Zylinder Motor mit 2199 ccm Hubraum. Das Fahrzeug wog nur 900 kg und kostete nur 625 $, besaß aber Vierradbremsen und eine moderne Druckumlaufschmierung. Später konnte der Preis sogar auf 495 $ gesenkt werden. Sonderversionen als 6 Zylinder oder Kleinlaster waren etwas teurer.

Cadillac V-63C 1923-26. Der Cadillac V63 war der Einstieg in die Luxusklasse dieser Marke, wobei er immer noch unter dem Packard oder Pierce - Arrow stand. Der V8 Motor mit 5154 ccm Hubraum leistete aber immerhin 80 bis 83 PS bei 3000 Umdrehungen und ermöglichte eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h. Er hatte ein 3 Ganggetriebe und eine Vierradbremse mit Gestänge. Der Radstand konnte zwischen 335, 351 und 368 cm gewählt werden. Die Preise lagen 1922 bei 3.150 $ für ein Tourenwagen oder Phaeton, bei 3.100 $ für einen Roadster, bei 3.875 $ für ein 2Sitzer Coupe, bei 3.925 $ für ein 5Sitzer Coupe, 4.100 $ für einen Sedan, und 4.600 $ bei einer 7Sitzer Imperial Limousine.

Duesenberg A 1920-26. Duesenberg gehört wie Packard, Marmon, Hispano Suiza, Minerva, Isotta - Fraschini und einigen anderen Marken zu einer ausgestorbenen Luxusklasse, die oberhalb von Cadillac angesiedelt war. Duesenberg ist noch heute der legendärste Name der amerikanischen Marken. Das Modell A besaß als eines der ersten Serienfahrzeuge einen Reihen 8 Zylinder Motor, der zudem ein Kurbelgehäuse aus Leichtmetall und Kolben aus einer Aluminiumlegierung hatte. Der Motor mit 4260 ccm leistete 88 PS bei 3600 Umdrehungen. Das 3 Ganggetriebe ermöglichte eine Geschwindigkeit von 120 km/h. Der Radstand betrug 340 oder 358 cm. Der Preis für einen Tourenwagen (= Cabriolet) lag bei 6.250 $, der Preis für ein geschlossenes Fahrzeug (= Sedan) etwa bei 8.000 $.

Lincoln L 1920-28. Der Lincoln war neben dem noch exklusiveren Packard das bevorzugte Auto der Gangster, es war schnell, leise und vor allem mit außergewöhnlicher Präzision gefertigt. Auch die Polizei hatte Lincoln für Verfolgungsjagden im Einsatz, jene Polizeiautos waren mit stärkeren Motoren versehen und schon ab 1924 mit Vierradbremsen ausgestattet; ein Luxus, den die Serienmodelle erst 1927 erhielten. Der V8 des Serienmodells leistete aber immer noch stattliche 81 - 90 PS bei 2800 Umdrehungen und hatte 5863 ccm Hubraum. Das Getriebe hatte 3 Gänge, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 115 km/h. Es gab die Autos mit dem Radstand 330 und 346. Der Preis lag zwischen 4.300 $ bis 6.000 $. Die Lincoln wurden übrigens in versiegelten Räumen mit konstant gehaltener Temperatur gefertigt und in riesige, staubdichte Papierbeutel gepackt, bevor sie in sorgfältig gereinigten Waggons verschickt wurden.

Nash 168 1925. Der 5sitzige Nash 168 galt als besonder zuverlässiger und robuster 6 Zylinder mit 2,5 Liter Hubraum. Das Auto wog 1875 kg und hatte ein Radstand von 317.5 cm, der Preis lag bei 2.190 $. Das Modell war somit nur 100 $ teurer als das ebenso beliebte Vorgängermodell 695. 1922 brachte Nash auch einen Vierzylinder unter der Bezeichnung Model 45 heraus, der nur 995 $ kostete und ein großer Erfolg wurde.

Lafayette 134 1923. Die Luxusmarke Lafayette mußte 1922 Konkurs anmelden und wurde von Nash aufgekauft. Nash produzierte das Modell 134 weiter unter den Namen Lafayette. Der 2200 kg schwere Wagen hatte einen 8 Zylinder, der ihm zu einer Höchstgeschwindigkeit von über 140 km/h verhalf. Das Auto kostete 4.200 $.

Packard Single Eight 1923-28. Packard galt als die Marke Amerikas, und lange Zeit bezeichnete man sie als die besten amerikanischen Autos überhaupt. Selbst Ettore Bugatti besaß einen Packard für lange Reisen, und bei Gangstern waren die leisen Wagen beliebt. (Allerdings fuhr Al Capone einen kugelsicheren Cadillac.) Obwohl der Packard weitaus exklusiver als der Cadillac oder selbst der Lincoln war, lag er im Vergleich zu einem Duesenberg in einer erreichbaren Preisklasse und war auch relativ weitverbreitet. Der Single Eight war der erste 8 Zylinder, nachdem zuvor nur 6 oder 12 Zylinder gebaut wurden. Der Motor hatte 5863 ccm Kubik und 85 - 109 PS bei 3200 Umdrehungen. Es gab einen Radstand von 345 und 363 cm zur Auswahl, ein 3 Ganggetriebe und zahlreiche luxuriöse Karosserien, vom Roadster bis zur Chauffeurlimousine. Die Höchstgeschwindigkeit war 120 km/h, der Preis variierte je nach Ausstattung, bewegte sich aber zwischen 4.000 - 6.000 $.

Pierce Arrow 33 1921-28. Der 33 war das erste Modell dieser angesehenen Marke, daß die Konvention des Lenkrads auf der linken Seite erfüllte. Ungewöhnlich waren die Scheinwerfer auf den Kotflügeln der Aluminiumkarosserie. Der 6 Zylinder Motor hatte 6796 ccm Hubraum und leistete 75 PS bei 300 Umdrehungen, spätere Varianten hatten bis zu 100 PS Leistung. Ab 1925 wurden sie mit hydraulischen Stoßdämpfern ausgestattet, außerdem wurden Vierradbremsen mit Unterdruck - Servounterstützung eingebaut. Der Radstand betrug 351 cm, der Preis um die 7.000 Dollar. Die Höchstgeschwindigkeit betrug ca. 110 bis 120 km/h.

Essex Super Six 1924-27. Der Essex Super Six war ein sehr beliebter, günstiger Mittelklassewagen, den es als Sedan und als Tourer gab. Der 6 Zylinder mit 2130 ccm leistete 50 PS bei 3000 Umdrehungen. Die zweite Serie von 1928 - 32 mit 2505 ccm leistete 55 PS bei 3600 Umdrehungen. Das Auto hatte ein 3 Ganggetriebe und kostete ca. 1.300 - 1.400 $. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei knapp 100 km/h.

Chrysler 70 1924-25. Das Auto galt bei seinem Erscheinen als Sensation, da es hydraulische Vierradbremsen besaß und trotz mittlerer Preisklasse immerhin 115 km/h lief und 68 PS bei 3000 Umdrehungen und nur 3300 ccm Hubraum hatte. Der Radstand betrug 286 cm. Für die LeMans - Rennen gab es modifizierte Modelle, die erheblich schneller waren. Der Preis eines Chrysler 70 lag bei ungefähr 2.000 $, Sonderausführungen waren natürlich teurer.

Chrysler Imperial E80 1926-28. Der Imperial E80 war Chryslers Einstieg in den Prestigemarkt. Als offener Tourenwagen kostete er nur 2645 $ (zur selben Zeit kostete der Tourenwagen von Cadillac 3.250 $,von Packard 4.500 $ und von Duesenberg 6.250 $). Der 6 Zylinder hatte 93 PS bei 3000 Umdrehungen, hatte 4731 ccm Hubraum, 3 Gänge und lief 118 km/h. Es gab nach Wahl einen Radstand von 305, 323 und 338 cm, womit der Chrysler etwas kleiner und leichter (Sedan 1840 kg) als seine Konkurrenten war. Neben den eigenen Karosserien gab es aufwendige Einzelanfertigungen. 1928 erschien ein Hochkompressionskopf, mit dem sich die Leistung auf 112 PS steigern ließ.

Franklin Serie 12 Airman 1927-28. Der Airman unterschied sich von seinem Vorgänger Serie 11, der von 1925 - 27 gebaut wurde, nur in Details. Das Grundmodell besaß nun eine Fabrikkarosserie, mit der der Wagen nur noch 3.100 $ kostete, aber es gab immer noch zahlreiche Spezialkarosserien im Angebot, die den Preis bis zu 7.000 $ erhöhten. Die Leistung des Airman war von den 32 PS des Vorgängers auf 46 PS bei 2500 Umdrehungen erhöht worden, der Hubraum war mit 3872 ccm fast gleich, und zu dem Radstand von 302 cm war noch wahlweise ein längeres Chassis mit 345 cm zu erhalten. Der 6 Zylinder war noch wie vor luftgekühlt und bewährte sich auch bei großer Belastung ausgezeichnet. Der Airman besaß hydraulische Vierradbremsen, die Serie 11 hatte konventionelle Zweiradbremsen. Auch der Holzrahmen war zugunsten eines Stahlpressrahmens aufgegeben worden. Das Auto hatte drei Gänge und erreichte ein Tempo von knapp 100 km/h. Auch wenn die Höchstgeschwindigkeit nicht besonders aufregend war, konnte sich der Franklin dank seiner hervorragenden Aufhängung auch auf sehr schlechten Straßen schnell bewegen; man sagte, daß er bei schlechten Straßen gegenüber allen anderen Fahrzeugen einen Vorsprung von rund 30 km/ h hatte.

Marmon Little Eight 1927-28. Marmon war eine exklusive Marke, deren frühen Fahrzeuge durch eine hohen Anteil an Aluminiumteilen auffielen. Der Little Eight war jedoch das Ergebnis einer Änderung der Firmenstruktur. Dieses Auto war wesentlich günstiger als seine luxuriösen Vorgänger und auch für eine größere Serie gedacht. Doch auch dieses relativ erfolgreiche Fahrzeug war kein Billigprodukt, es bewegte sich immer noch im Bereich eines LaSalles bzw. oder Cadillacs. Der Little Eight besaß einen 8 Zylinder mit 3115 Liter Hubraum und obenhängenden Ventilen, der 64 PS bei 3200 leistete. Der Little Eight hatte 3 Gänge, einen Radstand von 333 cm, Vierradbremsen und eine Höchstgeschwindigkeit von 112 km/ h. Der Preis dürfte bei ca. 3.000 $ gelegen haben.

Pontiac Six 1926 - 30. Die Marke Pontiac ist keinesfalls der spätere Name von Oakland, wie gelegentlich behauptet wird. Pontiac übernahm aber später den Platz von Oakland im Mittelklassebereich von GM, als die ältere Marke eingestellt wurde. Der 6 Zylinder mit 3064 ccm Hubraum leistete 40 PS bei 2400 Umdrehungen. Das Auto hatte ein 3 Gang Getriebe und Vierradbremsen und erreichte ca. 90 bis 100 km/h. Der Preis war mit 975 $ für einen Sedan und 835 $ für einen Roadster äußerst niedrig und trug zum Erfolg dieser Marke bei.

Stutz Blackhawk Speedster 1927-28. Der Stutz AA wurde zum Entsetzen vieler Stutz Fans als "Safety Stutz" angekündigt, der mit Sicherheitsglas und anderen Einrichtungen neue Maßstäbe setzen sollte. Aber unabhängig davon war der Safety Stutz ein vollwertiger Sportwagen. Der AA von 1927 erreichte bereits 140 km/h, und die Modelle der Nachfolgeserie BB hatten Spitzengeschwindigkeiten von 130 bis 150 km/h. Aber der Blackhawk Speedster erreichte sagenhafte 168 km/h! Er verwendete einen 8 Zylinder mit 4891 ccm Hubraum und 125 PS bei 3600 Umdrehungen, das Getriebe hatte 3 Gänge. Motor und Getriebe unterschieden sich im Prinzip kaum von denen der üblichen Stutz BB Modelle und auch nur wenig von dem des AA. Allerdings besaß der Blackhawk Speedster 3 elektrische Benzinpumpen, einen Kompressor und "High Speed" Reifen. Es gab nicht nur hydraulische Bremsen, sondern auch hydraulische Stoßdämpfer. Der Radstand betrug 333 cm. Dieses seltene Auto (gebaut in 24 Exemplaren) wird gelegentlich mit den späteren, weniger spektakulären und billigeren Stutz Blackhawk verwechselt, aber außer dem Namen bestehen wenig Gemeinsamkeiten. Der Preis ist leider nicht bekannt, lag aber mit Sicherheit sehr hoch; man kann von mindestens 5.000 $ ausgehen.

Cord L29 1929-32. Dieses außergewöhnliche Auto erschien 1929, obwohl es von Technik und Design eher wie ein Auto aus den 30ern wirkt. Der L29 besaß einen Reihen - 8 Zylinder mit 4893 ccm mit 125 PS bei 3600 Umdrehungen und einen Frontantrieb. Die neue Konstruktion ermöglichte einen ungewöhnlich tiefen Schwerpunkt. Das Auto mit der langen Haube war wesentlich niedriger als die gewöhnlichen PKW zu seiner Zeit, auch wenn sein bereits sensationelles Design noch regelrecht konventionell wirkt, wenn man es mit den revolutionären Styling der späteren Cords vergleicht. Der L29 hatte einen Radstand von 349 cm und eine Länge von 5,20 m; alleine die Motorhaube war 137,5 cm lang. Das Auto selbst war nur 150 cm hoch. Es gab Ausführungen als Sedan, Brougham, Convertible Coupe und Convertible Sedan.

Austin 12 HP. Der 12 HP war Nachfolger des erfolgreichen, aber veralteten 20 HP. Der 12 HP war zuverlässig, stellte aber einen verkleinerten 20 HP da und war nicht sehr modern. Trotz alledem war er sehr erfolgreich und riß die vom Konkurs bedrohte Marke aus den roten Zahlen, tatsächlich war er so langlebig, daß die Händler energisch gegen Austins Pläne protestierten, das Auto aus dem Programm zu nehmen. Der 12 HP hielt sich so beachtliche 14 Jahre, selbst nach dem Produktionsende von 1935 wurden noch 7000 Exemplare für Taxifahrer bis 1940 produziert.

Austin Seven "Baby Austin". Der ab 1922 verkaufte Austin Seven ist nicht der erste Kleinwagen, wie gelegentlich behauptet wird, aber er war einer der modernsten und erfolgreichsten seiner Zeit. Austin produzierte rund 300 000 Exemplare, hinzu kamen Lizenzversionen von Dixi und BMW in Deutschland, von Rosengart in Frankreich, Bantam in den USA und Datsun in Japan. Das kleine Auto mit einem Radstand von unter 2 Metern gab es in geschlossenen und offenen Versionen und sogar als Minilieferwagen. Zu den Extras des Kleinwagens gehörten ein Sonnendach, Triplex Glas, Chromschmuck (ab 1929), Drahtspeichenräder und Dunlop Reifen. Der Verbrauch des Serienmodells mit 3 Ganggetriebe lag bei 5 Litern. Die standardmäßigen Vierradbremsen hatte er vielen großen Autos voraus, und das Auto war so wendig, daß es sogar ein langsames Serienmodell mit dem 747 ccm Motor 1930 das 500 Meilen Rennen von Brooklands gewann; bereits 1923 hatte ein Seven mit einem Schnitt von 89 km/h den Cycle Car Grand Prix in Monza gewonnen. Verschiedene Autotuner versahen den Seven mit Leistungssteigerungen, darunter auch Kompressoren, die ihm zu Spitzengeschwindigkeiten von über 130 km/ h verhalfen. Eine Version mit 130 km/ h wurde werksseitig als Supersports angeboten. Swallows (aus denen später Jaguar wurde) bot schmucke Karosserien für den Austin Seven an. Nach Produktionsende wurde der Motor des Austin Seven noch bis 1962 von Reliant weitergebaut.

Austro Daimler 617. Der österreichische Austro Daimler 617 galt bei seinem Erscheinen als eines der bemerkenswertesten und modernsten Autos der Nachkriegszeit. Der 6 Zylinder aus Silumguß mit obenliegender Nockenwelle hatte einen Hubraum von 4,5 Liter und wurde von der Fachwelt als "formschönster Motor" gefeiert. Daran war das 4 Gang Getriebe mit eingebauter Reifenpumpe angeflanscht. Der Radstand betrug stattliche 345 cm, die Spurweite 136 cm - die schönsten und aufwendigsten Karosserien wurden auf das gewaltige Fahrgestell montiert.

Bentley 3 Litre. Der Motor war nach Vorbild der Rennmotoren kurz vor dem ersten Weltkrieges konstruiert, und das Fahrgestell war 1919 entwickelt worden, dennoch war der 3 Litre ein beachtliches Auto mit starken Fahrleistungen. Der Motor mit Aluminium Kolben und Druckumlaufschmierung war sorgfältig konstruiert wieder der Rest des Fahrzeuges, daß es mit unterschiedlichsten Karosserien gab. Verschiedene Ausführung des Motors und des Fahrgestells, auf daß es eine Garantie von 5 Jahren gab, wurden mit Farben der Kühlerplaketten bezeichnet. Blue Label für einen Radstand von 330 cm, einfachem Vergaser und weitgestuften Getriebe, Red Label für zwei Vergaser, eng gestuften Getriebe und kurzem Radstand (298 cm). Die seltene Rennversion Green Label hatte einen Radstand von 275 cm, immer noch beachtlich für einen Rennwagen.

Bugatti T43 Sport. Der T43 war im Gegensatz zu dem bereits bekannten T44 kein Reisewagen mit sportlichen Eigenschaften, sondern ein Rennwagen, der für den Straßeneinsatz kultiviert wurde. Der 8 Zylinder mit zwei Blöcken war mit einem Kompressor versehen, daß separat eingebaute Getriebe hatte 4 Gänge. Das Fahrgestell wurde mit 2 bis 4 sitzigen Sportkarosserien versehen. Das Auto mit den Aluminium Felgen lief je nach Ausführung 180 bis 200 km/h.

Chenard & Walcker 2Litres. Die nicht sehr aufregenden, aber gut konstruierten 2 Liter Modelle waren modern und hatten auch einige Erfolge im Rennsport. Dieses Modell gab es mit einem Radstand von 283 bis 306 cm Radstand und diversen Karosserien.

Citroen B2. Der B2 war ein preisgünstiges und zuverlässiges Auto. Das langlebige Fahrzeug gab es in den unterschiedlichsten Versionen; auch Halbkettenfahrzeuge, die erfolgreich Touren durch die Sahara unternahmen, beruhten auf dem B2.

Delage CO2. Der CO2 war Nachfolger des CO, der bereits ein sehr modernes und leistungsfähiges Auto mit hoher Qualität war. Der CO2 hatte 4 Rad Bremsen, einen zuverlässigen 6 Zylindermotor und ein Vierganggetriebe, der Radstand betrug beachtliche 343 bis 367 cm. Trotz der Länge des Fahrgestells wurden viele Exemplare mit Sportkarosserien versehen, obwohl es auch Varianten als Coupe de Ville gab.

Excelsior Adex C. Der Excelsior Adex C war ein belgischer Tourenwagen von bester Qualität und ungewöhnlichen Fahrleistungen. Eine frühere Variante des Modells besaß zwei Vergaser und hatte 110 PS, bei späteren Modellen sorgen drei Vergaser für 130 PS. Die mechanischen Vierradbremse, eine Kombination von Gestänge und Drahtzug, war sehr zuverlässig, auch die Magnet Doppelzündung arbeitete gut. Der Radstand war mit 356 cm recht groß. Das 3 Ganggetriebe war unverblockt.

Farman A6. Das stabile Fahrgestell (Radstand 360 cm) mit dem hochwertigen 6,9 Liter 6 Zylindermotor aus Alpax Leichtmetall wurde oft mit außergewöhnlichen Karosserien versehen. Sowohl Technik als auch Design befanden sich bei diesem avantgardistischem Fahrzeug auf höchster Blüte.

Hispano Suiza H6. Der H6 war eines der außergewöhnlichsten und besten Autos seiner Zeit. Der 6 Zylinder mit 6597 ccm Hubraum war nach Erfahrungen aus dem Flugzeugbau konstruiert worden und war trotz seiner hohen PS Leistung außergewöhnlich zuverlässig und langlebig. Das exakt gearbeitete 3 Ganggetriebe war so elastisch ausgelegt, daß man fast überhaupt nicht mehr schalten mußte. Der Radstand betrug 369 cm und die Spurweite 145 cm. Spätere Modelle erhielten hydraulische Stoßdämpfer, aber hydraulische Bremsen mit einer Servoverstärkung waren bereits bei den ersten Modellen erhältlich. Die fortschrittliche Bremse wurde später als Lizenz von Rolls Royce übernommen, die sich vorher noch weigerten, von der Zweiradbremse abzuweichen. Die Technik, in Leichtmetalltrommeln Gußeisenringe einzupassen, wurde noch 1963 von Porsche verwendet. Während allgemein noch 6 Volt Batterien üblich waren, besaß der HP 6 gleich zwei 12 Volt Batterien, ein üppig ausgestattete Armaturenbrett mit einem ausgeklügelten Sicherungssystem, einen Tank für 110 Liter, einen umfangreichen Werkzeugkasten und ein gut sortiertes Ersatzteilsortiment an Bord. Der HP bekam die edelsten Karosserien gebaut, vom Rennsportwagen bis zur Chauffeurlimousine. Oft wurde dasselbe Auto alltäglich als Reise- und Stadtwagen gefahren, und wurde dann am Wochenende für ein Rennen präpariert. Auch wenn der Hispano Suiza sehr viel kostete, galt er im Verhältnis zu der Leistung, die man erhielt, als durchaus günstig.

Hispano Suiza Boulogne. Der Boulogne war eine spezielle Sportwagenausführung des H6. Das kürzere Chassis mit dem 8 Litermotor erlaubte Geschwindigkeiten bis 170 km/h , einige Ausführungen sollen bis 200 km/h erreicht haben. Eine besonders aufsehende Karosserie ist der Nieuport Sportwagen; die zweisitzige tropfenförmige Bootskarosserie bestand aus Aluminium und war komplett mit rötlichen Tulpenholz verkleidet, die Unterkante und Abschlüsse waren mit Kupferblech bedeckt. Tausende von Kupfernieten hielten die Schichten zusammen.

Hotchkiss AM. Der nicht sehr große Wagen mit 4 Zylinder wurde als die "goldene Mitte" vorgestellt, doch seine Qualität lag immer leicht über der Masse. 1926 kam eine sportlichere Ausführung AM2 hinzu, und 1928 erschien der 6 Zylinder AM 80. Das Design der AM Serie, die sowohl als Sedanlimousine als auch mit Sportkarosserie beliebt waren, war sehr sachlich und nüchtern, trotzdem keineswegs unelegant. Die Technik war nicht sensationell, aber keineswegs unmodern und wurde als zuverlässig und ausgereift anerkannt.

Isotta Fraschini 8A. Der 8A erreichte noch nicht die extreme Exklusivität des 8B, der als teuerstes Auto der Geschichte bekannt wurde, gehörte aber bereits ohne Zweifel in die oberste Preiskategorie. Der 8A erschien 1924 als Konkurrenzmodell zu Hispano Suiza. Es wurde ein 8 Zylinder mit 7,4 Litern eingebaut, die großen Bremsen erhielten eine aufwendige Vakuum - Bremshilfe. Trotz starker Fahrleistungen blieb der 8A immer dem Hispano Suiza unterlegen, glich dies aber durch noch höheren Luxus und teurerer Karosserien aus. Ebenfalls wurden nur die besten erhältlichen Instrumente und Ausstattungen eingebaut. Tatsächlich war der Isotta Fraschini auch immer teurer als der temperamentvollere Hispano Suiza. Ab 1926 wurden noch die Versionen 8AS Spinto und 8ASS Super Spinto mit stärkeren Motoren angeboten; letzteres Modell erreichte mit 160 PS 160 km/h.

Lancia Lambda. Bis heute streiten Experten darüber, ob der Lambda das erste Auto mit selbsttragender Karosserie ist, oder einfach ein ungewöhnlich geformtes Chassis besitzt. Es steht aber ohne Zweifel fest, daß dieses Auto ein Meilenstein der technischen Entwicklung darstellt. Die schmucklos wirkende, aber flache Karosserie erlaubte in der Verbindung mit der unabhängigen Radaufhängung eine ausgezeichnete Straßenlage und war sehr verwindungssteif. Der Rahmen besteht aus gepreßten Stahlblechteilen, die an den Seiten hochgezogen wurden, um damit ein Endoskelett für den 4 sitzigen Torenwagen bilden. Damit kann man die Karosserie als teiltragend einstufen; die ungewöhnliche Bauweise erlaubte ohne den üblichen hohen Rahmen mit aufgesetzter Karosserie eine sehr niedrige Bauart. Lancia, der Nickel und Chrom haßte, ließ den Kühlergrill und alle blanken Teile lackieren und versah das Auto mit einer großen Windschutzscheibe, die einem seltsamen Kontrast zu der brettartigen Karosserie bildete - doch die seltsamen Proportionen verliehen den schlicht gestalteten Auto eine bestechende Eleganz. Ebenso sensationell war die unabhängige Radaufhängung mit hydraulischen Stoßdämpfern an den Vorderrädern, die Lancia nach einem gefährlichen Federbruch bei einer Ausfahrt mit seiner Mutter in einem Lancia Kappa entwickeln ließ. Der V4 Motor war ebenfalls neu entwickelt und besaß einen elektrischen Anlasser, der wie die restliche elektrische Ausrüstung modern und ausgeklügelt konstruiert war. Auch die Vierradbremse war ungewöhnlich leistungsstark. Trotz des relativ hohen Preises für einen Tourenwagen dieser Klasse wurde der Lancia zu einem großen Verkaufserfolg. Es gab insgesamt 7 Serien des Lambda, die stetig verbessert wurden.

Morgan Threeler. H.F.S. Morgan bastelte sich 1910 aus einem Peugeot Motorrad ein einsitziges Fahrzeug, daß vorne zwei Räder mit unabhängiger Radaufhängung hatte, zwischen denen der Motor saß, der das einzelne Hinterrad antrieb. Das Unikat hatte er zu seinem eigenen Vergnügen gebaut, aber Freunde bestürmten ihn, ihnen weitere Exemplare zu konstruieren, und ehe er sich versah, hatte er schon 30 Vorbestellungen. Von diesem Fahrzeug gab es von 1911 bis 1953 derartig viele unterschiedliche Modelle, daß es unmöglich ist allgemeine technische Daten für eine Tabelle auszuführen. Die ersten Modelle erreichten 70 km/h, getunt bis zu 95 km/h, und die stärksten Modelle sogar 210 km/h oder mehr. Der erste Threeler besaß einen Sitz, aber 1915 gab es schon den Family Runabout mit 4 Sitzen. 1919 wurden schon 50 Morgan pro Woche gebaut. Die Motoren stammten aus der Motoren Produktion von JAP, Mag, Blackburne, Ford (4 Zylinder), Anzani oder Motosachoche. Es gab 1, 2 und (ab 1933) 4 Zylinder, mit Wasser- oder Luftkühlung. JAP und Blackburne Motoren ließen sich nachweislich sogar mit reinem Alkohol fahren. 1925 erhielten die Morgan Threeler elektrische Lampen und elektrische Anlasser und Vorderradbremsen - bisher war nur das Hinterrad gebremst worden. Zu dem Zubehör kamen noch ein Verdeck und ein Reserverad hinzu.

Morris Bullnose. Die preisgünstigen Bullnose Modelle Oxford und Cowley von Morris gehörten zu den best verkauftesten Modellen im England der 10er bis 20er Jahre. Der Cowley war das billigere der beiden Modelle, die ihren Spitznamen wegen dem konvex hervorspringenden Kühlergrill erhielten. Der Cowley besaß einen 1548 ccm, der Oxford der zweiten Serie einen 1802 ccm Motor. Die Autos waren preisgünstig, zuverlässig und wirtschaftlich, gelegentlich gab es leider Probleme mit der Qualität der zugelieferten Materialien.

Peugeot Quadrilette. Der Quadrilette (auch 172) löste die beliebte Bebe Serie ab, und wurde ebenso ein Erfolg. Das beliebtes Cyclecar besaß einen Tandemsitz und wog nur 345 kg, wirkte aber von seiner Erscheinung wie ein gewöhnliches Auto. Später bekam der Quadrilette ein verstärktes Chassis und sogar eine Karosserie für 5 Personen, 1924 wurde er als Peugeot 5CV gebaut. Photo: Peugot172-1926 Text: Der Peugeot 172 stellte den Übergang vom Cyclecar zum Kleinwagen dar.

Peugeot Sixluxe. Der Sixluxe war weder ein besonders spektakuläres oder modernes Auto, aber er war solide verarbeitet. Es wurde weiterhin das Schiebersystem für den 6 Zylinder verwendet.

Praga Grand 8. Der gewaltige Praga 8 war langsamer als andere Wagen seiner Preisklasse, aber das Augenmerk dieses vornehmen Repräsentationswagens war auf Komfort, Laufruhe und Exklusivität gelegt. Es wurde ein 8 Zylinder mit 3,4 (später 3,6) Liter Hubraum eingebaut. Der Radstand betrug 325 cm. Der sehr solide und hochqualitative Wagen besaß Vierradbremsen, hydraulische Stoßdämpfer und Leichtmetallfelgen aus Elektronenguß. Besonders beachtlich war, daß der 3. und 4. Gang des verblockten Getriebes synchronisiert wurde. Das Auto wurde vornehmlich an Botschaften und Wohlhabende in den Balkanländern und Sowjetrußland verkauft, war aber auch in westlichen Ländern anzutreffen.

Renault 40 CV. Der riesige Wagen war als "weißer Elefant" bekannt. Trotz seiner auch damals außergewöhnlichen Größe und Höhe war er dank seines 6 Zylinders mit 9 Litern Hubraum sehr schnell - es gab Versionen bis 160 km/h. Der Radstand von 380, 387 und 399 cm war selbst unter Luxusautos ungewöhnlich. Seltsam mutete auch die anachronistische Kühlerposition hinter dem Motor an, die für den typischen schnabelförmigen Bug verantwortlich war; Louis Renault schmetterte zu Lebzeiten alle Forderungen der Ingenieure ab, den Kühler nach vorne zu verlegen. Die Technik war auch in anderen Hinsichten altmodisch, wie die z.B. die Magnetzündung, aber alles war von bester Qualität und aufwendiger Verarbeitung. Immerhin gab es ab 1922 Vierradbremsen, die wie alle Bedienungselemente einen kräftigen Chauffeur erforderten. 1926 wurden mit einer auf 140 PS gesteigerten Version des archaischen Wagens bei dem 24 Stunden Weltrekord eine Höchstgeschwindigkeit von 191 km/h erreicht.

Rochet-Schneider 12 CV. Der 12 CV war das kleinste Modell der Qualitätsmarke, er gehörte zu der gehobenen Mittelklasse. Das Auto mit einem Radstand von 303 cm und einer Spurweite von 135 cm war keineswegs spektakulär, übernahm aber von den Luxusmodellen seiner Marke eine hohe Qualität und modernste Technik.

Rolls Royce Silver Ghost. Der Silver Ghost wurde oft als luxuriöses Fossil betrachtet, doch verkaufte sich der Wagen, der zugegebenermaßen seit 1906 wenig Veränderungen erfahren hatte, außergewöhnlich gut. Andere Luxusmarken der Zeit waren technisch und in Fahrleistungen eindeutig überlegen, und standen auch oft im Luxus der Ausstattung nichts nach. Was für den Silver Ghost sprach, waren eine auch nach damaligen Luxusbegriffen außergewöhnliche Qualität in der Verarbeitung, eine enorme Laufruhe und ein ungewöhnlich niedriger Verbrauch von nur 12 -13 Litern (In Größe und Baujahr vergleichbare Fahrzeuge konnten durchaus einen Verbrauch von 40 Litern entwickeln). Seine Technik war 1906 sehr hoch entwickelt gewesen, und es gab immer wieder kleine, aber wichtige Veränderungen. So wurde z.B. erst 1919 serienmäßig ein elektrischer Anlasser eingebaut, aber der gut durchkonstruierte Motor sprang selbst bei kalten Temperaturen nur durch Einschalten der Zündung an. Der Motor lief so ruhig, daß lange Zeit auf Ventildeckel verzichtet wurde, da diese angeblich ja nur dazu dienten, Geräusche unpräziser Ventile zu dämpfen. Der Radstand der stabilen Fahrgestelle betrug 344, 365 und 382 cm und wurden mit den besten Karosserien versehen. Die mit Bolzen geradezu vernähten Fahrgestelle waren so stabil, daß auf das unveränderte Chassis im ersten Weltkrieg schwere Karosserien für Panzerwagen aufgesetzt wurden. Einige dieser mit Turm und Vickers MG ausgestatteter Panzerwagen waren noch in den 40er Jahren gegen Rommel im Einsatz.

Steyr Waffenauto. Im Gegensatz zu anderen Waffenfabriken hatte sich Steyr schon während des ersten Weltkrieges auf die Autoproduktion der Nachkriegszeit vorbereitet und hatte zu Produktionsbeginn alle erforderlichen Materialien und Produktionsmittel im eigenen Haus bereit stehen. Obwohl die Fahrleistungen des Waffenautos nicht so sensationell klingen, gehörte das ständig verbesserte und modernisierte Auto zu den modernsten und besten Fahrzeugen seiner Zeit und war im Inland und Ausland sehr beliebt. Der von Hans Ledwinka konstruierte 6 Zylindermotor mit 3325 ccm war hervorragend durch konstruiert und auch besonders wartungsfreundlich. Auffälliges Merkmal der frühen Steyr war ein relativ schmales, aber mit 348 cm Radstand recht langes Fahrgestell.

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Fahrzeugbeschreibungen von Serien PKW der Raumfahrtzeit

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